Stationen meines Lebens

Schwäbische Wurzeln

Ob meine schwäbische Herkunft (Ostalb) Einfluss hatte auf meine Persönlichkeit und meinen Lebensgang, vermag ich stringent nicht zu beantworten - meine Frau würde dies jedoch zumindest hinsichtlich Sparsamkeit und Fleiß, Gründlichkeit und Ordentlichkeit herzhaft bejahen.
Dies hat sich ja auch schon recht früh auf den humanistischen Gymnasien in Schwäbisch Gmünd und Bruchsal bewiesen durch entsprechende Leistungen und durch die Auszeichnung mit dem Viktor-von-Scheffel-Preis.

*

Philosophisch-theologische Ausbildung

Nach dem Abitur studierte ich sechs Jahre lang in der Nähe von Bamberg und in Vallendar bei Koblenz Philosophie und Theologie und schloss diese Ausbildung ab mit Ordination, theologischem Lektorat und einer umfangreichen Thesis zur Philosophie und Evolutionstheorie Teilhard de Chardins ("Diskussion um das Weltbild Teilhard de Chardins - Kritische und wertende Untersuchung seines Evolutionismus").
Gerade dieser visionäre Franzose hat mein Denken wegweisend und sehr wesentlich geprägt, eine existentielle Prägung, wie ich sie später nur noch durch Viktor E. Frankl (Logotherapie und Existenzanalyse) und Eugen Drewermann (Theologie und Psychoanalyse) erfahren habe.

*

Einlassungen in die Antike - akademische Lebensleitlinie

1968 mutierte ich zum Wunsch- und Wahlmünchener und begann an der Ludwig-Maximilians-Universität ein 6-jähriges Zweitstudium der Altertums- Wissenschaft, und zwar in den Fächern Klassische Philologie (Latein und Altgriechisch), Archäologie und Alte Geschichte.
Mit der Dissertation "Untersuchungen zur sozialen Stellung der frühen Christen in der Römischen Gesellschaft" (difo-druck, Bamberg 1975, 349 Seiten, Euro 20,00) promovierte ich zum Dr. phil. bei Prof. Dr. Siegfried Lauffer (Korreferent Prof. Dr. Hermann Bengtson).

Im Rahmen der Habilitationsarbeit von 1974-1978 am Institut für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie der Universität München begann ich noch ein theologisches Promotionsstudium, während dessen ich daselbst als wissenschaftlicher Assistent angestellt war, betraut mit mannigfaltigen Aufgaben der Lehre und Forschung.
In dieser Zeit war ich vielfach in Planung und Leitung von wissenschaftlichen Studienreisen im mediterranen Raum (mit Schwerpunkt Gesamttürkei) involviert und in die Wahrnehmung von Lehraufträgen bei Bildungs-Einrichtungen und Akademien mit biblisch-theologischen, althistorischen und philosophisch-psychologischen Themen.

Die Verheiratung mit Kaja Twardzik - Klassische Balletttänzerin und Redakteurin beim Münchener Merkur, heute Reiki-Meisterin und -Lehrerin, psychologische Lebensberaterin und Reinkarnationstherapeutin - beschied mir das Outplacing aus der theologischen Fakultät und damit das Ende der akademischen Laufbahn mit der Durchtrennung meiner Lebensleitlinie inklusive der Aufgabe, mich ganz neu zu "sortieren".

*

Manager in der Industrie

Im Jahre 1978 sprang ich ins eiskalte Wasser und avancierte für knapp ein Jahrzehnt ins Management eines mittelständischen bayerischen Unternehmens im Direktionsbereich Vertrieb / Verkauf.
Hier war ich zuständig und verantwortlich für ein 70-köpfiges Außendienstteam, eine Aufgabe, die gleichwohl Sollvorgaben diktierte wie sie Controlling übte und andererseits vertrauensvolle Anlaufstelle war für die Probleme der Mitarbeiter - eben die typische Zwickmühle einer Sandwich- führungskraft.
Gleichzeitig war der Posten die personale Schnittstelle zur Administration Innendienst, zur EDV und Auftragsabwicklung, zu Marketing, Labor und Logistik.

Im Blick zurück habe ich in diesen Jahren doch recht wichtige Erfahrungen mit Managementkollegen und Unternehmensstrategien gemacht und mir jenes Wissen über moralische, über anti- und a-moralische Verhaltensmuster von Unternehmern und sog. "Verantwortungsträgern" angeeignet, das mich später befähigte und dazu legitimierte, sowohl Seminare, Kolloquien und Vorträge zum Führungsgeschehen zu halten als auch wichtige Bücher und Artikel zur (sittlichen) Führungs- und Unternehmenskultur zu schreiben.

*

Unterwegs in Sachen Ethik, Sinn und Wert

Seit 1988 bin ich Sachbuchautor und selbständig tätig als Seminarleiter, Coach und Dozent für persönlichkeitsbildende und philosophisch- (betriebs-) psychologische, insbesondere jedoch für ethische Themen und Problemstellungen, und dies ebenso in Industrie und Wirtschaft, wie in Politik (Ministerium des Innern) und an Akademien, für Fachzeitschriften und für den (Bayerischen) Rundfunk.

Bitte beachten Sie hierzu eine Auswahl meiner Referenzen

Die Schwerpunkte meiner Tätigkeit will ich so formulieren:

  1. Die absolute Notwendigkeit der Persönlichkeitsbildung zu propagieren, ist mir oberstes Gebot. Persönlichkeit ist keine Vorgegebenheit, sondern eine Aufgabe.
    Meine These hierzu: Person ist man, Charakter hat man, Persönlichkeit wird man - jedoch nicht ohne tagtägliche Mühewaltung!
    Mein Bildungsangebot soll zur Selbstanalyse und Selbstkontrolle anleiten - für jeden mag dann als sittliches Ergebnis seiner eigenen Bemühungen die Selbsterkenntnis stehen mit dem Wunsch nach Wandel und Veränderung.

  2. Ein weiteres Anliegen ist mir der Nachweis der Wichtigkeit von Ethik (im Führungs- und Unternehmensbereich ebenso wie in der Medizin oder im normalen Kommunikationsalltag).
    Ethik ist kein Luxusartikel, sondern die Erfordernis, sich im sozialen Umfeld freiwillig und bewusst auf sittliche Normen ausgerichtet zu wissen, deren im Gewissen bindenden Charakter anzuerkennen und mit ihnen sinnvoll, verantwortungsvoll und situationsgerecht umzugehen.

  3. Letztendlich (und dies neuerlich immer mehr) geht es mir um die Vermittlung von Werten im Rahmen der originären und wesentlichen Sinn-(nicht Lust- oder Macht-)Orientierung des Menschen (Logotheorie / Existenzanalyse - siehe mein Buch "Lust auf Leben - Leben braucht Sinn. Hoffnung statt Null-Bock auf Nichts"). Ohne Sinnerfahrnis (in jeder Situation) ist menschliches Leben nicht lebbar.
    Die Menschen nach Möglichkeit instandzusetzen, konstruktiv mit sich und den anderen umzugehen, mit den Problemen des Berufs und ihrer Gesundheit (Leidbewältigung), mit den Molesten des Alters und der Unausweichlichkeit ihres Todes, das ist für mich in meiner Arbeit die reine Freude - abseits des Frusts, der allenthalben dann zu erleben ist, wenn es gilt, die Menschen zu (notwendigem) moralischem Handeln anzuhalten.

nach oben
Sitemap