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Macht und VerantwortungMacht und Verantwortung
Erschienen 1996, Gabler-Verlag Gebunden, 230 Seiten
Wer den Charakter eines Menschen erkennen will, braucht ihm nur Macht zu geben. Macht jedoch sollte nur in einer reifen und verantwortungsbewussten Persönlichkeit zuhanden sein dürfen, damit sie nicht zur psychischen Mordwaffe entartet und die Macht des einen nicht stets nur auf Kosten des anderen wachse. Es darf keine nicht-verantwortete Macht geben, mit anderen Worten: Man muss lernen, mit Macht verantwortungsbewusst umzugehen. Die korrumpierende Wirkung der Macht tritt dann umso sicherer und schneller ein, je wichtiger einem der Machterhalt als solcher ist als die Reflexion über die Auswirkungen der Macht auf andere. Führung und Management kommen ohne Macht nicht aus, es gilt jedoch, das Wie der Machtausübung zu bedenken und das Maß der Machtbefugnis so zu begrenzen, dass der Geführte angstfrei atmen, arbeiten und sich entwickeln kann. Angst darf nie als Motivations- und Machtinstrument eingesetzt werden, vielmehr bedarf es des Korrektivs der Ethik allüberall dort, wo Führen als autoritäts- und machtbesetztes Einflussnehmen, als Profilierungs- und Dominanzgebaren Freiheit und Würde des Menschen tangieren bzw. negieren. Der technologische Imperativ, wonach aus dem Können das Sollen folgt (= Man muss, was man kann!), darf nicht greifen, vielmehr gilt: Die Menschen können sehr viel mehr, als sie dürfen, das heißt: die reinen Handlungsmöglichkeiten müssen stets unter dem Diktat sittlicher Verhaltensnormen stehen (ich kann wohl töten, betrügen, rauben, aber darf ich dies alles?). |
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