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Die Frau - der bessere MenschDie Frau - der bessere Mensch
Erschienen 1999, Ephata Verlag Paperback, 244 Seiten
Dieses Buch ist schon deshalb ein ungewöhnliches Buch, weil es von einem Mann geschrieben wurde, und dazu noch von einem Ex-Theologen, der sich sowohl in Ausbildung und Lehre als auch in der Praxis (Zölibat!) hautnah mit wenigstens einer Seite der Abwertung des Weiblichen permanent konfrontiert sah. Die Aussage vom "besseren Menschen" ist nicht moralisch, sondern philosophisch gemeint, d. h. für mich gilt unbestritten, dass Frauen in einem sehr viel intensiveren, umfassenderen und integrativeren Sinne Menschsein verwirklichen als die kopflastigen, auf Kontrolle und äußere Macht, auf Erfolg und Leistung, auf Zweckrationalität und Verstandeseinseitigkeit gepolten Männer mit ihrer Gewinnermentalität, Potenzfixiertheit und gockelhaften Überlegenheitsallüre. Den meisten Männern fehlt eine ganze Kante des Menschseins, nämlich die der Emotionalität. Wir Menschen sind aber von Kindheit an emotionale Wesen, weshalb dem Gefühl die Priorität vor dem Verstand zusteht. Dieses Buch will ein "Frauenbuch" sein, und zwar in dem Sinne, dass es sich nahezu ausschließlich an Frauen richtet und die Männer nur dort einbezieht, wo deutlich gemacht werden muss, wie sehr gerade sie die Verursacher und Garanten fortwährender Unterdrückung und Abwertung des Weiblichen sind seit archaischer Zeit. Die Frauen dürfen sich nicht mehr über die Männer definieren, sie müssen vielmehr anfangen, sich selbst in ihrem Wert als Frau zu erkennen. Darin müssen sie sich gegenseitig fördern und unterstützen. Vielleicht kann dann die Vision geträumt werden, wonach sich die "Patriarchen" zurückziehen, weil sie erkannt haben, dass die Frauen gewonnen haben, und weil sie entsetzliche Angst bekommen, Frauen können nunmehr ihnen all das antun, was sie ihnen im Laufe der Menschheitsgeschichte angetan haben. Jedenfalls: Aus der Frau entsteht Leben - und daher ist der Archetyp des Weiblichen dem Göttlichen sehr viel verwandter als das Prinzip des Männlichen. Nun denn, es tut dringend Not, die Bastionen männlicher Dominanz und Selbstherrlichkeit gründlich zu schleifen, auch auf die Gefahr hin, als "Nestbeschmutzer" verunglimpft zu werden. |
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