Unterwegs in Sachen Ethik, Sinn und Wert

"Es ist eine reine Freude,
sich einer Sache, an die man glaubt,
bis zum Ende hinzugeben"
(Teilhard de Chardin)

Seit vielen Jahren ist es mir Anliegen und Bedürfnis, den Menschen unter dem Aspekt: "Tanken Sie auf: Körper - Seele - Geist" sowohl Denkanstöße für ihre individuelle Entwicklung zu geben als auch Orientierungshilfe anzubieten für ihren persönlichen und beruflichen Alltag. Dies geschieht in der Regel durch Vorträge und Kolloquien.

  • Ein Vortrag ist für mich ein intensiv-kommunikativer Vorgang und ich verstehe ihn als ganz persönliche Begegnung mit Menschen, die mir zunächst fremd sind, denen ich Wissen vermitteln darf und die mir jedoch dann - im aktiven Austausch von Gedanken und Meinungen im Gespräch, in der Diskussion - immer näher rücken und zur Gemeinschaft werden.
    Der Verstehbarkeit und Abrundung der Thematik zuliebe rede ich ungern unter einer Stunde. Bevorzugt greife ich natürlich Themen auf, die inhaltlich auf meinen Büchern basieren und mich hierin als kompetent ausweisen - eine Auswahl meiner Vortragsthemen, die jederzeit auch zu Kolloquien ausgebaut und den individuellen Ansprüchen der Teilnehmergruppe angepasst werden können, ist der Seite "Themen" zu entnehmen.

  • Da Verhaltenstraining für mich kein Thema ist, bevorzuge ich bei meiner Arbeit mit Gruppen (10-20 Personen) seit vielen Jahren und mit Erfolg die Form des Kolloquiums und der Gruppendialoge.
    Unter Kolloquium verstehe ich eine persönlichkeitsbildende Veranstaltung, die methodisch aus 2 (halbtags) oder 4 (ganztägig) Vorträgen/Referaten und Diskussion mit den Teilnehmern besteht, wobei je nach Wunsch, Thema und Situation der Diskussion, dem Gruppendialog oder auch der kontemplativen Reflexion mehr Raum gegeben werden kann.

    Es geht mir also nicht um Anwendung und Vermittlung von Techniken für ein rasches personality-styling, vielmehr ist es mein Bemühen, über die Vermittlung von Erkenntnisinhalten hinaus die persönliche Entwicklung (im Führungsgeschehen ebenso wie im ganz gewöhnlichen Alltagsleben) zu fördern, sie wenigstens anzustoßen, Klarheit im eigenen Umgang mit relevanten Persönlichkeitsmerkmalen zu schaffen, zur inneren Stellungnahme (Selbstreflexion) anzuregen und Raum für die eigene Orientierungssuche zu geben.

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Aus meiner Angebotspalette greife ich ein paar Möglichkeiten heraus:

"Macht und Verantwortung. Der Mensch kann mehr, als er darf"

Macht ist an sich weder gut noch böse, erst die Anwendung entscheidet über ihren moralischen Wert. Das Kolloquium macht bewusst, dass ein angstfreies und konstruktives Miteinander nur schaffen kann, wer verantwortungsbewusst mit Macht umgeht. Freiheit und Würde des Menschen dürfen weder tangiert noch negiert werden.

Schwerpunkte:

  • Das Ausbremsen des menschlichen Machbarkeitswahns (Begriff und Wirklichkeit von Verantwortung)
  • Die enge Verflochtenheit von Angst, Minderwertigkeit(sgefühl) und Macht (Kompensation von Schwäche durch Streben nach Anerkennung und Geltung, nach Dominanz und Status)
  • Die geniale Erfindung aller Herrschenden: die Hierarchie (Möglichkeiten, die "Hackordnung" zu durchbrechen)
  • Wegsuche nach Harmonie und Balance (autoritäre Verhaltensmuster und patriarchale Dominanz überwinden zugunsten der Aussöhnung der Polaritäten wie weiblich-männlich, oben-unten, Yin-Yang, Dur-Mollstrebungen?).

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"Führen und Sittlichkeit. Zum ethischen Anforderungsprofil von Verantwortungsträgern"

Nicht jeder, der im Unternehmen in der vorder(st)en Riege steht, ist auch menschlich reif, ein Führender zu sein. Echte Führungsfähigkeit bedingt zwingend ein sittliches Persönlichkeitsprofil, und auch dies ist zu bedenken: Wer führt, muss erst gelernt haben, sich selbst zu führen. Eine Ethik des Führens ist letztlich sittlich verantwortetes soziales Handeln und weist weit über Befehlen und Anordnen hinaus.

Schwerpunkte:

  • Die Notwendigkeit der Persönlichkeitsbildung und die Unverzichtbarkeit auf Ethik
  • Zur fachlichen Kompetenz angesichts rücksichtsloser Erfolgsstrategien und unbarmherziger Leistungskonkurrenz
  • Zur ethischen Kompetenz (Gewissen, Prinzip Verantwortung, Autonomie in der Persönlichkeit)
  • Zur sozialen und interaktiv-kommunikativen Kompetenz (Altero-Orientiertheit, Selbstwertgefühl, Selbst- und Fremdbild, Toleranzfähigkeit, Kritik- und Konfliktfähigkeit, Toleranz, Vertrauen und Glaubwürdigkeit, emotionale Ausdrucksfähigkeit).

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"Jugendwahn und Alter. Das Leben hat keinen Rückwärtsgang"

Zyniker sagen, Jugend sei eine Krankheit, jedoch mit der trostreichen Gewissheit, dass sie vergeht. Wie dem auch sei, in einer Zeit der Jugendlichkeitsvergötzung mit Power, Fitness und ewiger Schönheit ("Young for ever!") muss die Selbstverständlichkeit internalisiert werden, dass Alter nicht auf eine Lebensspanne beschränkt werden darf, sondern dass Alter(n) ein wesentlicher Bestandteil des Lebendigseins ist.
Jeder Mensch ist alt, und: Älter wird man in jedem Alter! Ein langes Leben ist nur um den Preis des Älterwerdens möglich.

Schwerpunkte:

  • Leben = Abschiednehmen: Zur Kunst des Loslassens
  • Die unverlierbare Würde des alten und/oder dementen Menschen
  • Der alternde Mensch und seine Zukunft
  • Aussöhnung mit dem gelebten Leben
  • Das Alter setzt mehr oder minder gravierende Grenzen: Der Tod als letzte und wichtigste Grenzerfahrung
  • Menschliches Sterben als eine Grundfunktion des Lebens
  • Reflexionen zur Zeit: Die Zeit, Lebenszeit verlängern? Vertiefen kann man sie immer
  • Das Alter: Die Zukunft der Jungen!

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"Ethik und Medizin. Der Arzt vor seinem Gewissen"

Menschliches Tun, also auch ärztliches Handeln und Entscheiden muss, so meine These, vom ethischen Verantwortungsradius her wesenhaft und zwingend in das personale Gewissen rückverlängert werden. Die Medizin bzw. das Gesundheitswesen befindet sich derzeit auf einem Wege, an dessen Ende Geld tendenziell nicht mehr Mittel zum Zweck der medizinischen Versorgung ist, sondern die Krankenversorgung Mittel zum Zweck der Einnahmeerzielung wird. Der Riss zwischen der "Wertewelt der Heilberufe" und der "Wertewelt des Ökonomischen" ist aus meiner Sicht nur durch einen ganz breiten Diskurs über die Pflicht zur Verantwortung zu kitten. Es muss Freiräume geben - und m.E. gerade beim ärztlichen Wirken - , in denen der Markt keine, jedenfalls nicht eine ausschließliche Rolle spielen darf.

Schwerpunkte:

  • Personales versus Über-Ich- oder Systemagentengewissen
  • Menschenwürde, Autonomie und Selbstbestimmung des Patienten
  • Das Vertrauen und der dialogische Auftrag des Arztes
  • Das Faktum der ärztlichen Fürsorge-Verantwortung: Verantwortung als Ausdruck sozialen Gebundenseins an das Leben und als Gehorsam gegenüber einem Gesollten: verantwortlich für (Sachen und) Personen, die auf mein Handeln Anspruch erheben
  • Zur Ehrfurcht (vor dem Leben) als Grundtugend des Arztes.

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"Sinn und Verzweiflung. Sinnlosigkeitsneurose oder gelingendes Leben in Freude, Zufriedenheit und Verantwortung?"

Es gibt für keinen von uns ein Abonnement auf einen Logenplatz auf der Sonnenseite des Lebens - wir stehen vielmehr angesichts von Leid und Katastrophen, angesichts des Schuldigwerdens und der Unausweichlichkeit des Todes stets vor der Sinnfrage. Das Kolloquium will behutsam begreifbar machen, dass der Sinn im Leben des Menschen ein bedingungsloser ist und dass Sinnfindung in jeder Situation möglich ist. Patentrezepte für gelingendes Leben gibt es jedenfalls nicht.

Schwerpunkte:

  • Angesichts von Sinnlosigkeitsgefühlen und Werteschwund die Suche nach einem neuen Menschenbild mit freier Entscheidungsmächtigkeit und geistiger Dimension (die Trotzmacht des Geistes!)
  • Der Mensch auf der Suche nach Wert und Sinn (Prinzip Antwort: Der Mensch als der vom Leben her Befragte und antworten Sollende = der Aufgabencharakter des Lebens)
  • Der Mensch als wesentlich dialogisches Wesen (offen für Veränderung und Wandel - Person/Persönlichkeit)
  • Die Sinnerfüllung als Werteverwirklichung (die drei Hauptstraßen zur Sinnfindung: schöpferische, Erlebnis- und Einstellungswerte)
  • Umstellung der Einstellung (Wahrnehmungsselektion)
  • Wider alle Wertpyramiden.

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So könnte es fast endlos weitergehen (z.B. mit Sucht oder Freiheit etc.). Nur ein Letztes noch: Alle meine Themen kreisen um ein besonderes Menschenbild (= eine vereinfachte Aussage über das Wesen des Menschen, über sein Verhältnis zu sich selbst und seine Stellung zur Mit- und Um- und "Über"welt), das ich im Prolog zu meinem Buch über das Alter skizziert habe und das ich hier mit einer Grafik darstelle:


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